Thursday, 7 February 2013


Sozialwissenschaft…immer an den Fersen der Wirklichkeit

Die Sozialwissenschaften sind immer auf der Suche nach der Wahrheit, allerdings ist hierbei eines der größten Probleme die sich ständig wandelnde Welt. Da unsere wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche Realität von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird und sich in einem ständigen Wandel befindet ist diese Realität nur schwer greifbar. Immer wenn Sozialwissenschaftler gerade ein Phänomen, sowie beispielsweise die Persistenz autokratischer Herrschaft im Nahen Osten mit ausgeklügelten Rational-Choice Modellen in den Griff bekommen haben werden sie schon wieder mit einer neuen Entwicklung, so zum Beispiel dem arabischen Frühling überrollt. Das alte Forschungsprogramm (oder Paradigma: Thomas Kuhn) wird also über Bord geworfen und man bricht auf zu neuen Ufern, also der Frage wie nun diese Revolutionen zu erklären sind. Jeder erfolgreiche Forscher hechelt nun dem neuen Zeitgeist hinterher, weil dort die neuen Drittmittel zu bekommen sind und jeder neue Artikel zu diesem Thema viele Zitationen von anderen Wissenschaftlern versprechen. Der ganze wissenschaftliche Apparat richtet sich nun finanziell und strukturell auf dieses neue Thema ein.


Das Problem dieses selbst-referentiellen Systems ist die eingeschränkte Prognosefähigkeit. Jeder Ökonom, der zu den Hochzeiten des Neoliberalismus/Washington Consensus nicht diese Theorien feiner verästelt hat und dem Mainstream gefolgt ist, der hat meist keine Mittel oder kein Gehör geschenkt bekommen. Ein bisschen mehr Freiheit wäre schon wünschenswert, den eine Wissenschaft die nur Moden hinterher steigt und von die Anzahl der Zitation und der veröffentlichten Artikel in renommierten Fachzeitschriften besessen ist kommt weder der Wirklichkeit näher noch nutzt sie dem Menschen, für den sie ja eigentlich forscht.

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