Sozialwissenschaft…immer an den Fersen der Wirklichkeit
Die Sozialwissenschaften sind immer auf der Suche nach der
Wahrheit, allerdings ist hierbei eines der größten Probleme die sich ständig
wandelnde Welt. Da unsere wirtschaftliche, politische und gesellschaftliche
Realität von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird und sich in einem ständigen
Wandel befindet ist diese Realität nur schwer greifbar. Immer wenn
Sozialwissenschaftler gerade ein Phänomen, sowie beispielsweise die Persistenz
autokratischer Herrschaft im Nahen Osten mit ausgeklügelten Rational-Choice
Modellen in den Griff bekommen haben werden sie schon wieder mit einer neuen
Entwicklung, so zum Beispiel dem arabischen Frühling überrollt. Das alte Forschungsprogramm
(oder Paradigma: Thomas Kuhn) wird also über Bord geworfen und man bricht auf
zu neuen Ufern, also der Frage wie nun diese Revolutionen zu erklären sind.
Jeder erfolgreiche Forscher hechelt nun dem neuen Zeitgeist hinterher, weil
dort die neuen Drittmittel zu bekommen sind und jeder neue Artikel zu diesem
Thema viele Zitationen von anderen Wissenschaftlern versprechen. Der ganze
wissenschaftliche Apparat richtet sich nun finanziell und strukturell auf
dieses neue Thema ein.
Das Problem dieses selbst-referentiellen Systems ist die
eingeschränkte Prognosefähigkeit. Jeder Ökonom, der zu den Hochzeiten des
Neoliberalismus/Washington Consensus nicht diese Theorien feiner verästelt hat
und dem Mainstream gefolgt ist, der hat meist keine Mittel oder kein Gehör
geschenkt bekommen. Ein bisschen mehr Freiheit wäre schon wünschenswert, den
eine Wissenschaft die nur Moden hinterher steigt und von die Anzahl der
Zitation und der veröffentlichten Artikel in renommierten Fachzeitschriften besessen
ist kommt weder der Wirklichkeit näher noch nutzt sie dem Menschen, für den sie
ja eigentlich forscht.

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