Südafrika
Von tiefenentspannten Kitesurfern und Randstreifengängern
In Südafrika angekommen fällt eines sofort ins Auge, je
teuer etwas ist, desto weißer sind die Verkäufer. In dem noblen Golfresort, in
dem sich das Haus befindet, dass wir angemietet haben ist fast jeder weiß. Die
Wellen rauschen gleichmäßig, fremdartig vertraute Vögel zwitschern und der
frische Wind bringt eine Sylt-ische Kühle in das Haus, die die 25 Grad wie 18
Grad erscheinen lassen. Auf der Strandpromenade von Blueberry Beach ist das
Bild gemischter. Hier sind die Farben der Regenbogennation schon besser zu
sehen wobei das sonnengebleichte halblange Haar weißer Buren auf Longboards das
Bild dominieren, die Bediensteten in den hippen Strandcaffes sind
ausschließlich schwarz. Die Kellner unterdrücken ihre verinnerlichte Heiterkeit
und die Bedienung erfolgt mit einer Mischung aus devoter Zurückhaltung und
lethargischer Gelassenheit. In der
Shoppingmall, in der wir in einem schicken Supermarkt Nahrungsmittel erwerben
sind auch ein paar dunkelhäutige Südafrikaner, nicht nur als Kassierer, sonder
auch als kaufkräftige Kunden. Die Bushaltestellen wiederum werden nur von
Schwarzen genutzt und an den Ampeln warten verwahrloste dunkle und in ihrer
zerlumpten Armut bedrohlich wirkende Gestalten die die haltenden Autofahrer um
Geld oder Arbeit anbetteln. Die tiefengebräunten und tiefenentspannten blonden
Kitesurfer könnten kein größerer Kontrast zu den verzweifelten
Randstreifengängern sein die auf der anderen Seite der Stadt wohnen. Vor ihnen
sind wir hinter den Gittern unseres Resorts in Sicherheit.
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