Saturday, 26 January 2013


Südafrika

Von tiefenentspannten Kitesurfern und Randstreifengängern


In Südafrika angekommen fällt eines sofort ins Auge, je teuer etwas ist, desto weißer sind die Verkäufer. In dem noblen Golfresort, in dem sich das Haus befindet, dass wir angemietet haben ist fast jeder weiß. Die Wellen rauschen gleichmäßig, fremdartig vertraute Vögel zwitschern und der frische Wind bringt eine Sylt-ische Kühle in das Haus, die die 25 Grad wie 18 Grad erscheinen lassen. Auf der Strandpromenade von Blueberry Beach ist das Bild gemischter. Hier sind die Farben der Regenbogennation schon besser zu sehen wobei das sonnengebleichte halblange Haar weißer Buren auf Longboards das Bild dominieren, die Bediensteten in den hippen Strandcaffes sind ausschließlich schwarz. Die Kellner unterdrücken ihre verinnerlichte Heiterkeit und die Bedienung erfolgt mit einer Mischung aus devoter Zurückhaltung und lethargischer Gelassenheit.  In der Shoppingmall, in der wir in einem schicken Supermarkt Nahrungsmittel erwerben sind auch ein paar dunkelhäutige Südafrikaner, nicht nur als Kassierer, sonder auch als kaufkräftige Kunden. Die Bushaltestellen wiederum werden nur von Schwarzen genutzt und an den Ampeln warten verwahrloste dunkle und in ihrer zerlumpten Armut bedrohlich wirkende Gestalten die die haltenden Autofahrer um Geld oder Arbeit anbetteln. Die tiefengebräunten und tiefenentspannten blonden Kitesurfer könnten kein größerer Kontrast zu den verzweifelten Randstreifengängern sein die auf der anderen Seite der Stadt wohnen. Vor ihnen sind wir hinter den Gittern unseres Resorts in Sicherheit. 

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