Thursday, 27 March 2008

Vater Rhein

An Ostern bin ich ein Stück durch das romantische Mittelrheintal gefahren, ihr wisst schon, Loreley und so. Anfangen tut das am deutschen Eck in Koblenz. Von der gegenüberliegenden Seite sah man schon von weitem eine überdimensionierte Statue am deutschen Eck stehen. Ich war sehr überrascht, schließlich findet man in Deutschland nur noch selten überdimensionierte Statuen und so fuhren wir ans deutsche Eck um die Statue ein wenig besser zu erkunden. Sie stellte sich als eine Reiterstatue von Kaiser Wilhelm dem II. begleitet von Germania heraus und diese großkotzige Präsentation passte durchaus zu unserem letzten Kaiser und dem damaligen Deutschland. Was aber nicht passte waren die Plaketten der Bundesländer, die an der Balustrade des Sockels der Statue befestigt waren. Zwar wurden sie nach der Wende um die ostdeutschen erweitert nicht aber um die alten Ostgebiete bereinigt, dort sind also tatsächlich noch Plaketten von Bundesländern wie "Schlesien" und "Ostpommern" zu sehen und da muss man sich dann schon wundern. Man kann nur hoffen, dass die hypersensibelen Polen das nicht zu Gesicht bekommen, Politisch korrekt ist das auf keinen Fall. Meine Fahrt durch das Mittelrheintal ging dann erst richtig los. Der Rhein schlägelte sich durch Weinberge, die mit Burgen geschmückt von anderen Zeiten zeugten und Germania hielt mit gezogenem Schwert und Schild immer noch Wache am Rhein. Diese Statue hat auch längst ihre Daseinsberechtigung verwirkt.

Zum Abschluss besichtigten wir Rüdesheim, der Ballermann der Rentner. Dort treffen sich die Rentner-Groupies der Nation um sich bei volksmusikalischen Gassenhauern von Heino und co. in der Drosselgasse in Trance zu schunkeln. Das Gläslein Wein darf natürlich auch nicht fehlen. Ein lustiges Örtchen- eine seltsame Fahrt. In dieser Ecke "deutschtümelt" es noch mächtig. Ich weiß nicht was es bedeuten soll...

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