Am 15 August jährt sich die Unabhängigkeit Indiens zum sechzigsten Mal. Mahtma Gandhi und Nehru sind die zwei grossen Idole der Unabhaengigkeitsbewegung. Besonders Gandhi ist eine nationales Symbol, er lächelt einem von jedem Rupien Schein an und Staturen von ihm stehen in jeder groesseren indischen Stadt. Die Bewunderung für ihn ist omnipraesent und doch gab schon immer Kritik an ihm.
Mit Ahimsa, der indischen Lehre der Gewaltlosigkeit, führte Gandhi Indien in die Unabhängigkeit, der gewaltlose Weg Indiens war aber nie unumstritten. Nationalistische Hindus waren schon zu Zeiten der Unabhaenigkeitbewegung gegen den gewaltfreien Weg. Heutzutage sind es die Mitglieder der nationalistischen Hindutva Bewegung, die politisch durch die einflussreiche Bharatiya Janata Party (BJP) vertreten ist, für die Gandhis gewaltloser Wiederstand ein Zeichen von Schwäche ist. Diese Sichtweise ist weit verbreitet, viele junge Inder denken, dass die englische Kolonialmacht mit Gewalt aus dem Land gefegt werden hätte sollen. Sie geben Gandhi die Schuld für die Teilung Indiens und Nehru, der erste Premierminister Indiens wird für die allgegenwärtige Korruption verantwortlich gemacht, die unter seiner Regierung begann. Außerdem wird Gandhi vorgeworfen die Interessen der Hindu Mehrheit nicht ausreichend berücksichtigt zu haben und Nathuram Vinayak Godse, der Attentäter Gandhis wird von einigen nationalistischen Extremisten sogar als Nationalheld verehrt.
So stehen sich zwei äußerst gegensätzliche Nationalhelden gegenüber, Mahatma Gandhi und sein Attentäter, die die zwei Gesichter Indiens versinnbildlichen. Auf der einen Seite die Anhänger Gandhis: die gewalltfreie, säkulare und tolerante Mehrheit, auf der anderen Seite die Anhänger seines Attentäters: eine fanatische, nationalistische, gewaltbereite, fundamenatlistisch-hinduistische intolerante Minderheit. Gut das trotz allem religioese Toleranz und Ahimsa überwiegen. Es gibt zwar eine Menge Probleme: Grenzstreitigkeiten mit Pakistan und China, religioes motivierter Gewalt sowie die allgegenwärtigen Korruption, Indien ist aber trotz alledem eine aufstrebende Wirtschaftsmacht und die größte Demokratie der Welt, die im Vergleich zu anderen postkolonialen Staaten eine Erfolgsgeschichte ist.
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